GWA: 6 schlechte Gründe warum ein Unternehmen eine Agentur beschäftigen sollte.

 

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Fangen wir mal vorne an: Wozu braucht man eigentlich eine gute Kreativ-Agentur? So eine grobe Vorstellung habe ich ja, aber warum genau soll ich mich gegen eine “in-house” Lösung und für eine externe Agentur entscheiden?

Um dieser Frage nachzugehen, hab ich mich auf die Suche gemacht und bin beim GWA (Gesamtverband Kommunikationsagenturen e.V) fündig geworden.

Um einem Missverständnis gleich vorzubeugen: Ich glaube, dass Unternehmen Kreativ- und andere Agenturen beschäftigen sollten. Nur eben nicht aus den vom GWA genannten Gründen.

Der GWA listet 6 Gründe für den Einsatz einer Kommunikationsagentur unter dem Kapitel „Agentur und Kunde“ auf. (ist die Reihenfolge –erst Agentur, dann Kunde – schon ein Indiz für die Grundhaltung im GWA?). Aber ich will mich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten. Es geht mir um die Gründe an sich und die ernst gemeinte Frage: Fällt Euch nichts Besseres ein?

Lieber GWA – ihr nehmt für Euch in Anspruch Vertreter der Kommunikationsagenturen zu sein. Da hätte ich offen gestanden mehr erwartet.

Ich stelle mir vor, wie ein Unternehmen vor der Entscheidung steht eine Agentur zu engagieren – und sieht sich nach Entscheidungshilfen um.

Und dann das:

 

Allgemeinplätze wohin man sieht. Da ist die Rede vom Sparringspartner und von der Hand in den Mund leben – Vom Rad nicht neu erfinden. Natürlich fehlt auch nicht der Hinweis auf die Kostenvorteile einer ausgelagerten Werbeabteilung. Außerdem sollte jedes Unternehmen eine Agentur beschäftigen, weil nur diese in zunehmendem Wettbewerb mit steigenden Werbeausgaben für Qualität und Professionalität und für Planungssicherheit sorgt.

Um das richtig zu verstehen – weil alle Agenturen ihre Unternehmen dahingehend beraten, doch mehr Geld in Werbung zu investieren, soll ich jetzt auch jemanden engagieren, der mir genau das rät was alle anderen meiner Konkurrenz auch schon gesagt haben?

Na herzlichen Dank – wenn das alles ist, dann lass ich anderen Unternehmen gerne den Vortritt – sollen sie doch für Allgemeinplätze bezahlen, ich komme gut alleine zurecht. (Komm ich natürlich nicht…).

Bei aller Liebe –Das ist mehr als dürftig für einen Dachverband, der die Kommunikationsbranche vertritt. Der Unternehmen dazu motivieren will, Agenturen zu engagieren.

All das, was eigentlich zum Handwerkszeug der Kommunikationsagentur gehören sollte, nämlich Zielgruppenverständnis, einen „Insight“, einen klaren (gerne auch emotionalen) Nutzen und eben eine gute Begründung (RTB) – Fehlanzeige.

Da beschleicht mich der Verdacht, dass es am Verständnis fehlt – bestimmt auch am gegenseitigen Verständnis, aber darum soll es heute nicht gehen – am Verständnis der Agentur für die Nöte der Brandmanager im Unternehmen. Und an ernsthaftem Interesse. Denn sonst würde der GWA hier andere Gründe nennen. Es wäre die Rede vom Wettbewerbsvorteil durch gute Kommunikation die auf einzigartigem Zielgruppenverständnis und der Möglichkeit von anderen Branchen zu lernen, basiert. Es wäre die Rede von Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinnen ermöglicht durch langfristige Markenpflege – denn in vielen Unternehmen ist die Agentur die Konstante und nicht der Brandmanager, der nach 2 Jahren weiterzieht.

Es würden der höheren Glaubwürdigkeit wegen Studien zitiert, die die Werbewirkung eindrücklich belegen. Es ginge nicht um Allgemeinplätze und kleinliches Kostendenken, sondern um die Lösung der Kundenprobleme.

Es ginge darum, eine Antwort auf die Unsicherheit der Brandmanager im Unternehmen zu geben, die sich für ihre Entscheidungen rechtfertigen müssen und deshalb gerne die Argumentationshilfe der Agentur in Anspruch nehmen. Denn Brandmanager suchen keine Sparring-Partner – das ist zu wenig – sie suchen Freunde auf die sie sich blind verlassen können, die Unterstützung jenseits der Kommunikationsentwicklung bieten. Die motivierend und mit Sachverstand in den unternehmensinternen Gremien zur Seite stehen.

Es geht um Alles – für eine Branche, die wirtschaftliche Schwankungen als erstes spürt – und dafür lieber GWA braucht es bessere Gründe.

Welche Gründe sprechen für die Zusammenarbeit mit einer Kommunikationsagentur? Freue mich auf Eure Meinung.

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