Erst kommt die Strategie, dann (vielleicht) Digitales Marketing!

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© Julien Christ / Pixelio – www.pixelio.de

Wer hat das nicht schon erlebt: Dein Boss kommt von einer „Weiterbildung“ zurück und ist Feuer und Flamme für ein ganz bestimmtes Thema: Diesmal: Digitales Marketing – das volle Programm: Homepage, Facebook, Twitter, Tumblr, Pinterest, usw. Er will das am Besten gleich – mit der Begründung dass „die Wettbewerber“ das alles schon tun.

Und dann läuft die Maschinerie an – ohne nachzudenken und kritisch zu hinterfragen (OK ist ja auch schwer wenn der Chef das so will. Und – sind wir mal ehrlich – es macht doch auch Spaß dieses Neuland :-) zu betreten.)

Was würde denn passieren, wenn wir innehalten würden? Gibt es tatsächlich Gründe, Digitales Marketing NICHT zu machen?

Aus meiner Sicht: Ja klar – wenn die Markenstrategie effizienter in anderen Medien umgesetzt werden kann – dann gibt es gute Gründe gegen digitales Marketing. Nicht falsch verstehen: Es gibt bestimmt auch gute Gründe für digitales Marketing – aber dazu ein anderes Mal.

Ein Beispiel:

Du vermarktest ein Produkt gegen Fußpilz – ein großes Problem aber eben auch ein Tabuthema. Kann man sich dabei vorstellen, dass jemand ein „like“ auf Facebook abgibt für eine Marke/Produkt gegen Fußpilz? Wohl kaum.

Würde jemand eine „Intitiative für eine saubere Männerumkleide“ liken – vielleicht schon eher, aber die grosse Masse deiner Zielgruppe?

Die Aussage: „wir müssen facebook machen“ ist also schon mal falsch – die Frage ist vielmehr: „Wie geben wir unseren (potentiellen) Kunden ein Forum, sich über eine relevante  Thematik auszutauschen und – quasi im 2ten Schritt – unsere Marke positiv ins Gespräch zu bringen?

Das klingt schon mal mehr nach Strategie. Aber ist das alles? Um beim Thema Fußpilz zu bleiben – gäbe es nicht andere Medien oder Maßnahmen, die „näher“ am potentiellen Kunden wären?

Kann man eigentlich in Schwimmbädern auch Werbung machen? Kann man mit klassischer Werbung erst mal die Awareness der Marke anschieben, bevor man die sehr aktiven und engagierten online User anspricht? Kann man in der Apotheke oder beim Arzt zuerst kommunizieren um Empfehlungen zu generieren? Wo liegt denn der größte Hebel?

Das sind einige beispielhafte Fragen, die während eines strukturierten Brand Strategy Prozesses beantwortet werden sollten.

Deshalb kommt für mich zuerst die Strategie und dann – vielleicht – das digitale Marketing.

Das löst leider noch nicht das Problem mit deinem Boss – wenn er also partout digitales Markting haben will, dann bau doch erst mal die Basics: Eine Hompage, ein bisschen Search Engine Optimisation und dazu ein regelmäßiges Tracking der Wettbwerber Aktivitäten – das sollte ihn beruhigen und Dir Zeit geben, tatsächlich über die Rolle von Digitalem Marketing für Deine Marke nachzudenken.

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